Elektro(hyper)sensibilität

„50% aller Deutschen werden bis 2017 an ‚Elektrohypersensibilität‘ erkrankt sein“

Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bezeichnen sich knapp zwei Prozent der deutschen Bevölkerung als elektrosensibel und die Elektrosensitivität (die Fähigkeit, ein real gegebenes elektrisches, magnetisches oder elektromagnetisches Feld zu spüren) lasse sich oberhalb der sogenannten Schwellenwerte einigen Studien zufolge wissenschaftlich messen. Aufgrund der vielfältigen Symptome und wahrgenommenen Quellen der Krankheit sei es jedoch unmöglich, Elektrosensibilität als wissenschaftliche Größe zu messen.

Bei der „elektromagnetischen Hypersensibilität“ handelt es sich um eine Gesundheitsstörung, die aus Sicht der Betroffenen dann auftritt, wenn sie mit elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern unterschiedlichster Frequenzen in Berührung kommen. Betroffene berichten beispielsweise von Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen oder Übelkeit. Quelle: Quarks.de

Der Leitfaden von Dr. med. Wolf Bergmann (Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie) klärt über Elektrosensibilität auf:

Alle Lebensvorgänge, deren Steuerung und die Aufrechterhaltung des Lebens bei Pflanzen, Tieren und Menschen beruhen auf elektromagnetischen Schwingungen und sind an sie gebunden. Jede Zelle und jedes Organ ist somit Sender und Empfänger elektromagnetischer Schwingungen und tritt in Resonanz mit natürlichen wie künstlichen elektromagnetischen Feldern.

Gesundheit ist gleichbedeutend mit ungestörtem Informationsfluss und mit der Fähigkeit, optimale Regulationen bei allen Anforderungen und Belastungen aufrechtzuerhalten (Homöostase). Krankheit bedeutet gestörten Informationsfluss und Verlust der Regulationsfähigkeit zum Erhalt der Homöostase.

Elektrosensibilität ist die – unfreiwillige – „Fähigkeit“, Belastungen des Organismus durch elektromagnetische Felder mittels körperlicher und / oder seelischer subjektiver und objektiver Beschwerden und Störungen wahrzunehmen. Dabei handelt es sich, vergleichbar mit anderen allergischen Reaktionen, um eine überschießende Reaktion des Immunsystems und der Selbstregulation auf elektromagnetischen Stress bzw. um den Ausdruck einer Überlastung des Immunsystems und den Verlust der Homöostase.

Das Phänomen der Elektrosensibilität ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und erforscht und ein weltweit zu beobachtendes Phänomen. Durch die derzeitige rasante Zunahme von elektromagnetischen Feldern v.a. der Hochfrequenz (Mobilfunk) in allen Lebensbereichen bei Tag und Nacht gewinnt dieses Phänomen eine immer dramatischere Bedeutung (…).

„Stetig steigende Belastung macht krank“, sagt auch der Umweltmediziner Dr. Harald Banzhaf in einem Interview zur Elektrohypersensibilität.

‚Elektrohypersensibilität – Risiko für Individuum und Gesellschaft‘ (2018) heißt eine informative Broschüre der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e. V., mit Beiträgen von Franz Adlkofer, Bernd I. Budzinski, Karl Hecht, Wilfried Kühling, Werner Thiede und weiteren.

Ursachen und Gutachten:

In einem Artikel aus dem Jahr 2016 haben Bernd Budzinski und Prof. Karl Hecht ausführlich zur Elektrohypersensibilität referiert. Einen guten Überblick über die Ursachen von Elektrohypersensibilität gibt eine Studie von Stein/Udassin (2020).

Der Medizin- und Umweltphysiker Lebrecht von Klitzing bietet gegen Bezahlung Gutachten an, die eine Elektrosensitivität nachweisen sollen.

Auf der Webseite der Bürgerinitiative 5G freies Köln werden aktuell Fallbeispiele von Menschen, die unter Mobilfunkstrahlung (WLAN, DECT Telefonen) leiden, gesammelt.

Fakten von Olle Johansson, (außerordentlicher Professor der Abteilung für experimentelle Dermatologie, Abteilung für Neurowissenschaften, Karolinska-Institut, Stockholm):

Wussten Sie schon, dass…

– mindestens 350 Millionen Menschen auf der ganzen Welt elektrohypersensibel (EHS) sind?

– viele EHS-Betroffene obdachlos sind und in ihrem Auto leben müssen?

– zwei berühmte EHS-Kranke Nikola Tesla und Gro Harlem Brundtland, die ehemalige Leiterin der WHO, waren/sind?

– die WHO in ihrer internationalen Klassifikation der Krankheiten als „äußere Ursachen für Morbidität und Mortalität (V01-Y98)“ die Exposition gegenüber anderen nicht-ionisierenden Strahlen (W90) und die Exposition gegenüber Hochfrequenz (W90.0XXA, W90.0XXD, W90.0XXS) aufführt?

– das einzige Mittel, das jemandem, der an EHS leidet, zur Verfügung steht, ein Umzug oder der Kauf teurer Abschirmungsmaterialien ist?

– diese Diskriminierung gegen das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verstößt?

– Schweden EHS als „funktionelle Beeinträchtigung“ anerkennt? In Schweden haben EHS-Betroffene ihre eigene Organisation, den Schwedischen Verband für Elektrohypersensible, der jährlich einen staatlichen Zuschuss erhält.

– alle Menschen mit der funktionellen Beeinträchtigung Elektrohypersensibilität das Recht haben, ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft zu führen, das auf Gleichheit beruht? Einer der wichtigsten Grundsätze, um dies zu erreichen, ist die Barrierefreiheit. Das bedeutet, dass Sie, wo auch immer Sie leben, gemäß dem UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen Anspruch auf den gleichen Schutz haben, wie schwedische Menschen mit EHS. (Weitere Informationen finden Sie unter „Elektrohypersensibilität: eine Funktionsbeeinträchtigung aufgrund einer unzugänglichen Umgebung“)